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19. Mär. 2020, 07:01 Uhr
Rubrik: medienmitteilung, bau, stadtbus

ÖV-Brücke als Kernstück des urbanen Rückgrates in Neuhegi-Grüze

Ein wichtiges Puzzlestück für die Umsetzung des Verkehrskonzepts Neuhegi-Grüze wird konkret: Der Stadtrat hat den Antrag für den Bau der ÖV-Brücke «Querung Grüze» an das Parlament überwiesen. Über den Kredit von 59,4 Millionen Franken wird die Stimmbevölkerung entscheiden. Das Vorhaben ist Teil einer Gesamtverkehrslösung für eine funktionierende wachsende Stadt.

Der Stadtrat hat im aktuellen Legislaturprogramm eine stadtverträgliche Mobilität als langfristi­ges Ziel definiert. Als Schwerpunkt bis 2022 will er den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr stärken. Die Infrastruktur und das Angebot sollen dabei gestützt auf das städtische Gesamtverkehrskonzept ausgebaut werden.

Das Gebiet Neuhegi-Grüze spielt eine zentrale Rolle für die räumliche und wirtschaftliche Entwicklung von Winterthur. Es ist das grösste Entwicklungsgebiet der Stadt und Teil des Zentrumsgebiets Oberwinterthur/Grüze, eines von elf Zentrumsgebieten von kantonaler Bedeutung. Gemäss Zukunftsbild im städtischem Gesamtverkehrskonzept wird Neuhegi-Grüze im Jahr 2030 ein dicht und gemischt genutztes Zentrum mit vielfältigen urbanen Funktionen sein. In der «Räumlichen Entwicklungsperspektive Winterthur 2040», die zurzeit in Erarbeitung ist, ist Neuhegi-Grüze und das erweiterte Umfeld des Bahnhofs Grüze eine der verkehrlichen und städtebaulichen Schlüsselstellen im zukünftigen «Urbanen Rückgrat», das sich von Töss bis Oberwinterthur hinzieht.

Das Verkehrskonzept für Neuhegi-Grüze Zentrale Voraussetzung für die geplante Entwicklung ist ein leistungsfähiges Verkehrssystem, das alle Verkehrsträger berücksichtigt. Das entsprechende Verkehrskonzept Neuhegi-Grüze hat der Stadtrat am 20. März 2015 vorgestellt (Medienmitteilung «Neues Verkehrskonzept für Neuhegi-Grüze»). Es sieht vor, die Bewegungen möglichst optimal auf die Verkehrsträger MIV (Motorisierter Individualverkehr), ÖV und Langsamverkehr (Velo- und Fussverkehr) zu verteilen. Stadteinwärts muss infolge des ausgelasteten Verkehrsnetzes der Fokus auf den ÖV und den Fuss- und Veloverkehr ausgerichtet sein. Stadtauswärts wird mittels der Zentrumserschliessung zusätzliche MIV-Kapazität geschaffen.

Die Gleisquerung und der ÖV-Hochleistungskorridor Eine Schlüsselrolle nimmt der Bahnhof Grüze ein. Sein Bahnangebot wird im Rahmen des SBB-Projekts «S-Bahn 2. Generation» langfristig massiv ausgebaut. Der Bahnhof Grüze erhält bis 2050 ein S-Bahnangebot, das mit dem heutigen am Hauptbahnhof vergleichbar ist. Die neue Brücke wird als Teil des ÖV-Hochleistungskorridors das Gebiet mit dem Öffentlichen Verkehr erschliessen und die zentrale Verkehrsdrehscheibe für Bahn und Bus sein. Bisher ist der Bahnhof Grüze nicht mit dem Busnetz verknüpft. Stadtbus Winterthur beabsichtigt im Rahmen des mittel- bis langfristigen Netzausbaus, die Busanbindung zum Umsteigeknoten Bahnhof Grüze schrittweise auszubauen.

Die Querung Grüze ist für den Busverkehr konzipiert. Sie kann von Velofahrenden benutzt werden, ist aber aufgrund der Linienführung sowie der langen und steilen Rampen dafür wenig attraktiv. Deshalb ist für die geplante Veloschnellroute zwischen der Innenstadt und Neuhegi eine separate Velounterführung geplant, die unabhängig von der Querung Grüze realisiert wird.

Markante Brücke für neue ÖV-Drehscheibe Das Brückenbauwerk ist imposant und elegant, es setzt einen starken architektonischen Akzent. Die Brücke führt von der St. Gallerstrasse über die Gleise zum Knoten Talacker­strasse/Sulzerallee. Die Länge beträgt inklusive der Rampen rund 390 Meter, der Brückenplatz wird über 20 Meter breit, und dies bei einer Höhe der Brückenplatte von lediglich 1,1 Metern. Die Querung bedient die beiden Mittelperrons des heutigen Bahnhofs Grüze und erschliesst zugleich die geplante neue Haltestelle «Grüze Nord» an der Bahnlinie Winterthur–Frauenfeld.

Bund und Kanton tragen Kosten mehrheitlich Der Stadtrat legt dem Grossen Gemeinderat für den Bau der Querung Grüze einen Kreditantrag über 59,4 Millionen Franken vor. Das abschliessende Wort dazu hat die Stimmbevölkerung. Da die neue Brücke gemäss kantonalem Richtplan übergeordnet festgelegt ist, können die Kosten über den kantonalen Strassenfonds finanziert werden. Zudem ist das Vorhaben im Agglome­rationsprogramm des Bundes 2. Generation enthalten. Damit fallen für die Stadt Winterthur voraussichtlich Nettokosten von 5 Millionen Franken an.

Die weiteren Puzzlesteine Der Bau der «Querung Grüze» wird etwa drei Jahre in Anspruch nehmen, die Inbetriebnahme könnte 2025 erfolgen.

Die Zentrumserschliessung schliesst Neuhegi-Grüze an die Autobahnumfahrung an. Die Erschliessung wurde durch den Kantonsrat 2017 im kantonalen Richtplan eingetragen und führt vom Ohrbühlkreisel über Hegmatten zur Frauenfelderstrasse. Die Stadt Winterthur treibt gemeinsam mit dem Kanton Zürich die Planung voran, damit das Vorhaben in ein nächstes Agglomerationsprogramm des Bundes aufgenommen werden kann. Der Zeithorizont für die Umsetzung beträgt aus heutiger Sicht etwa zwanzig Jahre.

Die Veloschnellroute von Elsau über Neuhegi-Grüze ins Stadtzentrum ist ein weiters zentrales Element der Gesamtverkehrslösung. Im Laufe des nächsten Jahres wird die Linienführung definitiv festgelegt, die Realisierung dürfte einige Jahre in Anspruch nehmen.

Visualisierungen unter stadt.winterthur.ch/querung
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