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26. Nov. 2019, 11:00 Uhr

Baumfällungen im Winter 2019/20

Aus Sicherheitsgründen müssen diesen Winter 174 Bäume im Siedlungsgebiet der Stadt gefällt werden. Darunter sind auch einige grosse, alte Bäume. Aufgrund der Klimaerwärmung und der Verdichtung der Stadt muss immer mehr Aufwand für die Baumpflege betrieben werden. Beim Ersatz setzt Winterthur auf zukunftsfähige Bäume, die sich an Trockenheit und Hitze anpassen können.

Auch aufgrund von Spätfolgen der Trockenheit im Sommer 2018 müssen diesen Winter auf Stadtgebiet 174 Bäume gefällt werden. Im Winter 2018/19 wurden 117 und im Winter 2017/18 149 Bäume gefällt. Aufgrund der Trockenheit mussten in diesen Jahren aber bereits unter dem Jahr mehr Bäume gefällt werden. Unter den dieses Jahr noch zu fällenden Bäumen sind auch grosse und alte, die nicht mehr stand- und bruchsicher sind. So muss im Rosengarten eine über 160 Jahre alte Buche gefällt werden, die Stadtrat Stefan Fritschi, Vorsteher des Departements Technische Betriebe, den Medien heute als Beispiel für die Fällungen zeigte. Die Standsicherheit der Buche wird schon seit Jahren durch den Brandkrustenpilz beeinträchtigt, weshalb sie unter ständiger Kontrolle ist. Ausserdem ist der Rosengarten seit Jahren durch den Hallimasch befallen. Die Hitze und Trockenheit der letzten Jahre haben der Buche nun so zugesetzt, dass der Hallimasch sie zum Absterben bringt. Zum Schutz der Bevölkerung wird sie gefällt und mit einer Eiche ersetzt. Eichen, das zeigt eine Untersuchung der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, können sich gut an klimatische Veränderungen anpassen.

Die Klimaerwärmung setzt dem Baumbestand der Stadt Winterthur zu. Um die Bäume zu erhalten und ihnen die richtige Pflege zukommen zu lassen, musste die Kontrolltätigkeit in den letzten Jahren intensiviert werden. Unter Druck sind die Bäume aber auch wegen der städtischen Verdichtung und der hohen Bautätigkeiten im Baumumfeld. Experten der Stadt Winterthur setzen sich, im Rahmen von Baubewilligungsverfahren und durch Beratungsdienstleistungen vor Ort, für den Erhalt der Bäume ein. Damit die Bäume umfassend geschützt werden und die Bauarbeiten keine Spätfolgen haben, werden die Bauvorhaben von Baumpflegespezialisten intensiv begleitet.

Beide Faktoren haben dazu geführt, dass der Aufwand für die Baumpflege in der Stadt deutlich gestiegen und das Personal überdurchschnittlich stark gefordert ist. Die Stadt beschäftigt aktuell fünf speziell ausgebildete Baumpfleger, die sich 360 Stellenprozent teilen, und führt einen Ausbildungsplatz zum Baumpflegespezialisten. Die Baumpfleger kümmern sich, zusammen mit den Unterhaltsrevieren, um rund 14 000 Bäume im Siedlungsgebiet der Stadt und protokollieren deren Geschichte in einem öffentlichen Baumkataster. Zudem plant die Stadt laufend die nachhaltige Erneuerung des Baumbestandes und erarbeitet eine Baumstrategie. Winterthur hat sich zum Ziel gesetzt, den städtischen Baumbestand zu erhöhen, damit weniger Hitzeinseln entstehen und die Qualität der Gartenstadt auch künftigen Generationen erhalten bleibt. Jährlich pflanzt die Stadt darum nebst dem Ersatz aller gefällten rund 50 zusätzliche Bäume in Winterthur.

Der öffentlichen Winterthurer Baumkataster ist unter stadtplan.winterthur.ch einsehbar (hinunterscrollen und unter Stadtgrün den Plan Baumkataster anwählen).
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