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21. Nov. 2019, 07:33 Uhr

Weiteres Bekenntnis der Stadt zur Gleichstellung

Mehr Frauen im Kader, Lohngleichheit und ein Bekenntnis des Stadtrats zu Frauenanliegen: So lauteten die Forderungen städtischer Mitarbeiterinnen, die sie anlässlich einer Aktion im Superblock am nationalen Frauenstreiktag vom 14. Juni an den Stadtrat gerichtet hatten. Nun hat dieser reagiert. Zu den bereits bestehenden gesetzlichen und strategischen Grundlagen zur Gleichstellung und Chancengleichheit in der Stadtverwaltung soll neu eine Arbeitsgruppe «Diversity» hinzukommen.


Bei ihrer Aktion zum 2. Nationalen Frauenstreiktag im Superblock schickten die städtischen Mitarbeiterinnen violette Ballone mit Forderungen und Wünschen zu Schlagworten wie Frauenförderung, Lohngleichheit oder Geschlechtergleichstellung gen Himmel. 39 dieser Ballone fanden den Weg zurück auf den Tisch des Stadtrates, welcher sich an seiner Sitzung vom 13. November damit befasste. Dabei zeigte sich, dass viele der Forderungen auf eine breite Palette von bereits bestehenden oder kürzlich erstellten gesetzlichen Grundlagen der Stadtverwaltung Winterthur treffen.

Forderung nach mehr Frauen im Kader Die Forderung der Mitarbeiterinnen nach mehr Frauen im Kader entspricht einer der strategischen Ausrichtungen des Stadtrats. Im Rahmen der Umsetzung der Motion «Zielvorgaben für eine ausgewogene Vertretung der Geschlechter im Kader» ist die Stadt bereits daran, entsprechende Massnahmen auszuarbeiten. Die bereits bestehenden Vorgaben für eine angemessene Vertretung der Geschlechter im Kader werden aktuell mit spezifischen Zielen und Massnahmen zur Frauenförderung als Teil der Nachfolgeplanung und des Talentmanagements in den Departementen ergänzt. Den Anteil an Frauen im Kader will die Stadt auch erhöhen, indem sie zukünftig vermehrt Führungspositionen in Teilzeit anbietet. Das soll jedoch nicht bedeuten, für die gleichen Aufgaben weniger Zeit zur Verfügung zu haben.

Forderung nach Überprüfung der Lohngleichheit Die Stadt engagiert sich für die Lohngleichheit von Mann und Frau basierend auf entsprechenden, personalrechtlichen Grundlagen mit dem Grundsatz der Gleichstellung der Geschlechter, einer entsprechenden Anstellungs- und Beförderungspolitik, der aktuellen Einreihungssystematik sowie eingespielten Prozessen bezüglich der Arbeitsplatzbewertung und Lohnfestsetzung. Die 2013 erstmals durchgeführte Lohngleichheitsprüfung belegte, dass die Stadtverwaltung über eine konsistente Lohnstruktur verfügt, die gewährleistet, dass vergleichbare Arbeit unabhängig vom Geschlecht vergleichbar entlohnt wird. Neu sollen diese innerstädtischen Lohngleichheitsüberprüfungen alle vier Jahre erfolgen. Die nächste ist für 2020 vorgesehen.


Mit der Unterzeichnung der vom Bund initiierten Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor im Jahr 2017 bekräftigte der Stadtrat das langjährige Engagement. Ende November wird Stadtpräsident Michael Künzle am 4. Nationalen Treffen zur Lohngleichheit im öffentlichen Sektor teilnehmen, zu welchem Bundesrat Alain Berset einlädt.

Forderung nach einer Arbeitsgruppe Diversity Durch die Aufnahme der Diversity-Strategie ins Legislaturprogramm 2018-2022 hat der Stadtrat die hohe politische Bedeutung der Thematik eindrücklich unterlegt. Laut Forderungen der Mitarbeiterinnen ist davon jedoch auf Ebene der Mitarbeitenden noch zu wenig spürbar. Mit dem Auftrag an die stadtinterne Fachstelle Diversity, ein Konzept für eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe «Diversity» zu erarbeiten, will der Stadtrat dieses empfundene Defizit nun prüfen. Die Aufgabe der Arbeitsgruppe soll die Steuerung und Begleitung der Diversity- Strategieumsetzung in den einzelnen Departementen mit Fokus auf die Gleichstellung von Frauen und Männern sein. Das Konzept für diese Arbeitsgruppe ist dem Stadtrat bis Ende April 2020 vorzulegen.
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